Einsatzfreude steckte an
13.04.2018 - 13.04.2018

Musikverein bot im Stadttheater eine glänzende Leistung

Nahe-Zeitung vom 19.04.2018 (Elisabeth Jost)

Michael Nilges, Vorsitzender des Musikvereins Mörschied, fand nach dem mitreißenden Abschiedskonzert im voll besetzten Stadttheater Idar-Oberstein die richtigen Worte: Joachim Laukemper, der Dirigent der vergangenen vier Jahre geht, Thomas Kessler beginnt und führt den erfolgreichen MV. "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir respektvoll den Wunsch unseres hoch geschätzten Dirigenten Joachim Laukemper wahrgenommen, der mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt im Norden Deutschlands sucht, und wir haben gleich für einen Nachfolger gesorgt." So konnte sich Thomas Kessler im brandenden Schlussbeifall zeigen.

Der MV versteht es, sein Jahreskonzert im Stadttheater so zu gestalten und vor allem perfekt zu bewerben, dass nicht nur Mörschieder unter den Gästen vertreten sind, sondern auch viele Besucher aus der Umgebung und vor allem erstaunlich viele Jugendliche.

"In diesem Jahr werden wir wieder gesanglich", begann der Programmtext: "Mit Sonja Volz und Manuel Lothschütz haben wir hervorragende Stimmen gewinnen können", hieß es im Programmtext. Wie wahr: Außergewöhnlich waren diese beiden hochkarätigen Solisten. Mit mehr als 40 aktiven Blasmusikern ist der Musikverein Mörschied in allen Registern gut besetzt und hat auch bemerkenswerte Instrumentalsolisten in seinen Reihen, die die anspruchsvollen Erkennungsmelodien der aufgeführten Filmmusiken so spielen, dass man sich gleich erinnert. Ob beim Eröffnungsstück "James Bond 007", "Der Pate" oder "Jenseits von Afrika". Und wer die berühmten Filme nicht kannte, freute sich über Inhaltswiedergaben, die Katharina Schuch und Jonas Kother lieferten.

Zwischen diesen Musikblöcken oder auch in die Werke integriert lagen die Auftritte der Gesangssolisten. Gleich mit "Golden Eye" und "Skyfall" überraschte Sonja Volz mit einer modulationsfähigen Stimme, die nicht nur in einer imposanten Mittellage hervorragend klingt, sondern auch in den höheren Lagen große Ausdruckskraft hat wie in Walt Disneys "Die Eiskönigin". Wie entfesselt Sonja Volz aber Tina Turners Paradestück "Proud Mary" auf der Bühne rockte, das öffnete alle Ventile der Begeisterung, sodass sie es als Sonderzugabe wiederholen musste.

Ebenfalls vom ersten Lied an sympathisch und überzeugend sang Manuel Lothschütz Josh Grobans Erfolgshit "You raise me up" mit einem warmen, einschmeichelnden Bariton. Danach bot sich mit Freddy Mercurys "Don't stop me now" von Queen ein verwandelter Interpret, der sich auch an Louis Armstrongs "What a wonderful World" wagte und mit durchaus eigener Interpretation überzeugte.

Beiden Solisten gelang dann noch das Kunststück, in die fest arrangierten Musikstücke des Orchesters ihre Partien untadelig hineinzusingen, was vor allem beim letzten Werk "Das Phantom der Oper" dem Publikum ein Musikerlebnis besonderer Art bescherte.

Dirigent Joachim Laukemper meisterte mit leichter Hand die schwierigsten Einsätze. Ohne Pathos entwickelt er dynamische Prozesse und setzt rhythmische Akzente. Mit tänzerischer Anmut bewegt er sich auf dem Dirigentenpult. Wachsame Seitenblicke zu den Gesangssolisten und gleichzeitig das Orchester nicht aus den Augen verlierend. Ein Dirigent, dem man gern zusieht und von dem man spürt, wie begeistert er selbst von der Musik ist, die er für sein Abschiedskonzert ausgewählt hat. 

Außer den bereits erwähnten Filmmusiken gehörte das letzte Stück vor der großen Pause zu den besten des Abends. Mit "Gershwin in Konzert" demonstrierte Laukemper die Vielseitigkeit der musikalischen Stile Anfang des 20. Jahrhunderts. Symphonischer Jazz vom Feinsten mit klassisch komplizierten Übergängen und dem Herausarbeiten bekannter Melodien aus "Porgy and Bess": ein Meisterwerk.

Welche Persönlichkeit dieser Dirigent für das Orchester war, konnte jeder spüren. Dabei war ein Miteinander und eine Einsatzfreude zu erleben, die ansteckend wirkte. Kein Wunder, dass der Beifall zwischendurch und erst recht am Schluss einem gelungenen Programm von hoher Qualität galt, das in Erinnerung bleibt.

Latin - Swing - Rhapsody
03.03.2017 - 03.03.2017

Latin.Swing.Rhapsody     

Nahe-Zeitung vom 07.03.2017 (Elisabeth Jost)

Bis in die hohen Ränge besetzt war das Stadttheater in Idar-Oberstein, als der Musikverein Mörschied sein Jahreskonzert unter der Leitung von Joachim Laukemper gab. Man sah aber nicht nur Mörschieder Zuhörer, auch andere Freunde der live oder wie im Slogan des Programms sogenannten spielen sympatisch dargebotenen Blasmusik traf man in der Pause.

Der Vereinsvorsitzende Michael Nilges konnte auch den Präsidenten des Kreismusikverbands, Hans Jürgen Noss, Landrat Matthias Schneider sowie die Bürgermeister der Verbands- und Ortsgemeinde begrüßen. Auf eine besondere Moderation seinerseits hatte er jedoch verzichtet und stellte stattdessen Katharina Schuch und Jonas Kother vor, zwei Schüler der zwölften Jahrgangsstufe des Heinzenwies-Gymnasiums. Sie erhielten für ihre gut vorbereitete und fachspezifische Ansage in Dialogform besonders viel Beifall aus dem Rang, denn dort saßen ihre Mitschüler aus dem Musikkurs. Die glänzende Idee zum gemeinsamen Konzertbesuch hatten sie auf Einadung eines mitwirkenden Kommilitonen mit ihrem Musiklehrer vereinbart. Sie knüpften damit an Unterrichtsthemen wie Leonhard Bernsteins "West Side Story" an, die als Programmschwerpunkt gleich im ersten Teil in einem Medley zu hören war.

Nach der beschwingt vorgetragenen Ouvertüre "Candide", ebenfalls von Bernstein, überraschte die Soloklarinettistin am ersten Pult des fast 50 Aktive zählenden Orchesters mit gefühlvoll nachempfundenen Soli zu "Benny Goodmans Memories", dem Protagonisten der Swingepoche.

Von da an änderte sich der Beifall aus dem Rang: AnerkennendePfiffe und begeisterte Rufe begleiteten die folgenden Beiträge, insbesondere des zweiten Programmteils, der lateinamerikanischer Musik gewidmet war. Diese wurde mit der viersätzigen "Second Suite for Band" von Alfred Reed, dem Altmeister der sinfonischen Blasmusik, vorbereitet. Bemerkenswert waren die Virtuosität einzelner Solisten, der Sound in den Harmoniestimmen und die vertrackten Rhythmen der fünf Perkussionisten, die mit enormem Engagement für die hervorragende Wiedergabe sorgten. An dieser war irh Dirigent Joachim Laukemper wesentlich beteiligt. Präziese Einsätze sowie eine dynamische Körpersprache gaben dem Orchester die notwendige Sicherheit und mobilisierten ihre Musizierlust.

Auch das auf irische Auswanderer zurückzuführende Musikstück von Carl Wittrock, "Lord Tullamore", wobei natürlich auch auf die bekannte Whiskeymarke reflektiert wurde, forderte wieder die vorgenannten Fähigkeiten des Orchesters heraus: virtuoses Figurenspiel und wunderschöne, getragene Melodien.

Danach allesdings gehörte die Bühne den Hits der Latin Music. Ob nun mit dem "Libertango" von Astor Piazolla, dem mit einem Pfeifkonzert belohnten Ruf "Tequilla" im "Latin Gold" - Arrangement von Paul Lavenders oder den "Mambo Greats", die kubanische Musik lebendig werden ließen - die größte Begeisterrung löste die Verbindung von Pop und Latin im "Special" von Masato Myokoin sowie der brasilianische Evergreen "Tico-Tico" aus. Wie bei einer Open-Air Veranstaltung verwandelte sich das Auditorium in eine Fangemeinde, und daran war der Musikkurs des Heinzenwies-Gymnasiums ursächlich beteiligt. "Vielseitig und facettenreich" lobten die beiden Moderatoren das Orchester und erhielten selbst uneingeschränkte Anerkennung. Bevor die Zugabe dem zweieinhalbstündigen Konzert ein vorläufiges Ende setzte, wurde noch - wie üblich - zur After-Concert-Party nach Mörschied eingeladen.

 

 

 

Rhythmus schwappt durch den Schlosspark
14.07.2016 - 14.07.2016

Symphonisches Blasorchester Hunsrück, Gesangvereinskapelle und Classic-Rock-Band Tone Factory bieten begeisterndes Klangerlebnis

"Die Rheinpfalz - Nr. 165" von Carolin Walther

Auch wenn es eine oft gebrauchte Floskel ist - in diesem Fall ist die Redewendung ohne Wenn und Aber zutreffend: Es war ein Konzert der ganz besonderen Art, das am Freitag 15.07.2016 über die proppenvolle Bühne des Rockenhausener Schlossparks gegangen ist. Zwei Orchester - das Symphonische Blasorchester Hunsrück und die Gesangvereinskapelle Rockenhausen - sowie die Classic-Rock-Band Tone Factory sind zu einem 80-köpfigen Klangkörper verschmolzen. Nun macht Masse noch keine Klasse. Doch auch davon hatten die mit sichtlicher Freude an ihrem Tun agierenden Musiker und ihre beiden Dirigenten eine Menge zu bieten. Die rund 350 Besucher dankten es ihnen mit minutenlangem Applaus.


Dass die Musiker der Hunsrücker-Nordpfälzer Spielgemeinschaft durch die Bank ihr Handwerk verstehen, zeigt schon ein Blick auf die Vorbereitung des Crossover-Konzerts, mit dem die Rockenhausener Veranstaltungsreihe SommerZeit fortgesetzt worden ist: Lediglich zwei gemeinsame Proben der Bläser und die Generalprobe zusammen mit der Band hatten auf der Agenda gestanden. Umso höher ist das Ergebnis zu bewerten, das die Musikerinnen und Musiker zu Gehör brachten. Die teils mitklatschenden, -summenden oder -wippenden Gäste genossen das außergewöhnliche Klangerlebnis jedenfalls sichtlich.


Am Dirigentenpult wechselten sich Joachim Laukemper - der mehrfach ebenso fundierte wie launige Erläuterungen zu den Stücken gab - und "Lokalmatador" Heiko Opp ab. Beide hatten das riesige Ensemble, das den Abend mit einem Medley aus Hits der Band Toto einläutete und mit dem Eagels-Klassiker "Hotel California" fortsetzte, voll im Griff. Dabei bildete die Band Tone-Factory um den stimmgewaltigen Sänger Simon Klein die ideale Ergänzung zu den Orchestern. Zwar benötigte die Tontechnik etwas Zeit, um die richtigen Einstellungen zu finden, doch dann stellte sich ein tolles Hörerlebnis ein. Sänger, Band und Bläser harmonisierten angesichts der begrenzten Proben-Zeit erstaunlich gut und zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Einen nicht geringeren Anteil am Gelingen hatten auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs um Rolf Lanzer, die im Vorfeld die Bühne entsprechend vergrößert hatten - es hätten sonst längst nicht alle Mitwirkenden Platz gefunden.


In seiner Begrüßung betonte Heiko Opp, dass diese Aufführung für die Musiker schon etwas Besonderes, für manche sogar Einzigartiges sei. Das spürten auch die Besucher, manchmal übrigens sogar im wahrsten Wortsinn - kein Wunder, wenn beispielsweise sieben Tuben zum Einsatz kommen. Einige Titel spielte die Band ohne Orchesterbegleitung,wie das frenetisch gefeierte "Davy's On the Road Again". Umgekehrt präsentierten die Bläser manche Stücke allein, etwa ein starkes Phil-Collins-Medley. Mal schnell, mal langsam, mal laut, mal leise: Das bunt gemischte Programm hatte für jeden Geschmack etwas parat.
Das Publikum honorierte die Leistung der Akteure mit stetig wachsendem Applaus. Immer wieder blieben auch durch den Schlosspark flanierende Passanten gebannt stehen und lauschten. Oder sie liefen plötzlich im Takt der Musik weiter, als bei einem Medley aus Swingstücken der Rhythmus durch den Schlosspark schwappte - denn nicht nur Rock, auch Swing hat den drei Ensembles gelegen. Bei einer Sammlung von Jackson-Five-Liedern kam ein Flötensolo zu Gehör, während der Sänger Simon Klein seinen Tonumfang bei "Long Train running" von den Doobie Brothers eindrucksvoll demonstrierte. Da ging es - abweichend von den tiefen Tönen - auch mal ganz nach oben.
Trotz der großen Menge an Musikern blieben die Töne klar und präziese. Besonders schwierig war das sicherlich bei "Bohemian Rhapsodie" von Queen, der letzten offiziellen Nummer des Abends. Die Klarinetten spielten ihre Läufe mit scheinbar fliegenden Fingern, die einzelnen Stimmen warfen sich die Melodien zu, und das Orchester bäumte sich zum großen Finale auf. Es folgte tosender Applaus der Zuhörer, die sich von ihren Plätzen erhoben.


Auch die Zugabe machte Lust auf mehr: das legendäre "Music" von John Miles. Das Publikum zückte die zuvor verteilten Leuchtstäbe und schuf eine tolle Atmosphäre im mittlerweile dunklen Park. Zum krönenden Abschluss schlug Tone-Factory mit "Hallelujah" von Leonard Cohen ganz sanfte Töne an. Wie gesagt: Das war tatsächlich ein Konzert der ganz besonderen Art.

Symphonic Rock
04.03.2016 - 04.03.2016

Orchester und Rocker harmonierten

Veranstaltung war ausverkauft

Nahe-Zeitung vom 08.03.2016 (Erhard Hahn)

Ein im wahrsten Sinne des Wortes voller Erfolg war am Samstagabend das gemeinsame Konzert des Musikvereins Mörschied und der Rockband Tone Factory. Nicht nur, dass die Veranstaltung im Idar-Obersteiner Stadttheater ausverkauft war - die Kartennachfrage war so groß, dass nicht alle Interessenten ein Ticket bekamen -, sondern auch das Experiment "Symphonic Rock war durchaus gelungen.


"Das Außergewöhnliche geschieht nicht auf glatten, gewöhnlichen Wegen". Dieses Goethe-Zitat steht auf dem kleinen Programmblatt zu lesen. Und außergewöhnlich für ein symphonisches Blasorchester im Kreis Birkenfeld war das Unternehmen, Hits aus der Rock- und Popgeschichte gemeinsam mit einer Rockband zu präsentieren, schon. Und die Fans waren gespannt, wie die Gruppe Tone Factory und das Große Orchester des Musikvereins Mörschied diese Idee umsetzen wollten. "So, dann macht emol", sagte Moderator Martin Weller zu Beginn des Konzertes. Und die Programmauswahl versprach einiges. Mit einem Toto-Medley mit Liedern wie "Africa" und "Rosanna" wurde ein viel versprechender Anfang gemacht. Ein erster Höhepunkt mit einem schönen Gitarrensolo von Jochen Tollens wurde der Eagels-Klassiker "Hotel California". Ohne Orchesterbegleitung präsentierten dann Tone Factory, deren Mitglieder Simon Klein (Gesang), Torsten Wendel (Keybords), Jochen Tollens (Gitarre), Peter Kiy (Bass) und Fabian Krieger (Schlagzeug) sind, die Songs "Here without you" von 3 Doors Down und den berühmten "Long Train Running" von den Doobie Brothers, bei dem das Publikum mitklatschte. Gemeinsam folgte die Ballade "Nothing Else Matters" von Metallica. Mit einem Phil-Collins-Medley des Musikvereins ging es in die Pause.

Im zweiten Teil des Programms gab es nur noch einmal eine Zusammenarbeit zwischen Orchester und Tone Factory zu hören. Sehr gefühlvoll interpretierten sie dabei den Robbie-Williams-Hit "Angels". Der Musikverein, der unter der Leitung von Joachim Laukemper steht, servierte den Musikfans noch ein Jackson-Five-Medley und die Queen-Hits "Another One Bites the Dust"und - sehr gelungen - die berühmte "Bohemian Rapsody". Auch die Tone Factory präsentierte sich noch einmal mit drei Hits dem Publikum, wobei der Manfred-Mann-Klassiker "Davy's On the Road Again" und "Radar Love" von Golden Earring sehr gut ankamen. Die rund 50 Musiker des Abends hatten also Martin Wellers Aufforderung "Macht emol", bestens umgesetzt. Weller überzeugte nicht nur als Moderator, sondern auch als Dichter mit Werken wie "Die Katz" und "Der Marder". Und so war es nicht verwunderlich, dass sie um Zugaben nicht herumkamen. Und das waren zwei richtige Höhepunkte. Sowohl die Interpretation des John-Miles-Klassikers "Music" als auch die Leonard-Cohen-Nummer "Hallelujah" machten dieses Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis.
 

Advents-Brunch 2015
05.12.2015 - 05.12.2015

Advents-Brunch des Musikvereins

Besinnliche Musik zum Auftakt in die Adventszeit, am Sonntagmorgen bei Kaffee, Tee und allerlei Leckereien - in fröhlicher Runde mit Familie und Freunden. Wiederum war der Advents-Brunch des Musikvereins Mörschied eine gelungene Einstimmung auf den Advent. Auch Dank der herzlichen Gastfamilie Leyser aus dem Gemeindehaus Aurora in Weiden, in das man wegen der derzeitigen Umbaubarbeiten des Bürgerhauses in Mörschied umgezogen ist.
 
Eröffnet wurde der musikalische Reigen von den jüngsten Musizierenden. Seit gut einem Jahr lernen die „Piccolinis“ – derzeit bestehend aus sieben Mädchen (aber auch Jungen sind in diesem Kreis herzlich willkommen) - Noten und erste kleine Stücke an der Blockflöte. Begeistert sind alle von ihrer Lehrerin Lisa Zimmermann, die sich ganz herzlich um die Kinder kümmert. Dies war auch beim Auftritt deutlich zu spüren.
Ebenfalls sehr angetan von ihrem Lehrer,  Dirigent Joachim Laukemper, sind die neun Jungen und Mädchen im Jugendorchester. Verstärkt werden sie durch zwei Quereinsteigerinnen – Mamas, die sich wieder an ein Instrument gewagt haben und sich problemlos ins Jugendorchester einreihen. 
Auf dem Programm standen mehrere bekannte Weihnachtslieder.
Zwei Ensembles aus dem großen Orchester trugen ebenfalls zur Bereicherung des musikalischen Programms bei. Sehr einfühlsam und warmherzig die weihnachtlichen Melodien der Saxofone – von Sopran bis Bariton bildeten sie einen äußerst harmonischer Klangkörper.
Strahlend und feierlich erklangen die Trompeten vereint mit Baß und Posaunen. Sie hinterließen bei den Zuhörern einen tiefen Eindruck. Allen Beteiligten war wohlverdienter Applaus sicher.

Die Atmosphäre an diesem Morgen stellte einen idealen Rahmen für die Ehrungen des Musikvereins im Jahr 2015 dar.  Vorsitzender Michael Nilges sowie Jürgen Noss, Präsident des Kreismusikverbandes konnten folgenden Mitgliedern gratulieren und die entsprechenden Ehrennadeln überreichen:

Das Jugendehrenzeichen in Silber für 5 Jahre Musizieren erhielten Viola Herbert, Hanna Weber und Daniel Weinß.
Die Ehrennadel in Bronze für 10 Jahre Musizieren: Sven Holwein und Gaby Kother. Für bereits 20 Jahre Musizieren erhielt Julia Elß die Ehrennadel in Silber – gleichzeitig ihre Mutter Monika Elß die Ehrennadel in Gold für 30 Jahre.
Eine ganz besondere und seltene Auszeichnung erhielt Günter Kuhn. Bereits 60 Jahre ist er dem Verein treu, hat über die Jahre mehrere verschiedene Instrumente gespielt und lange aktiv als Schriftführer die Vorstandsarbeit mitgeprägt. Jürgen Noss überreichte ihm hierfür als Dank die Ehrennadel in Gold mit Diamant und den dazugehörigen Ehrenbrief.

Vereinsintern ehrte Michael Nilges Herrn Hans-Günter Kaufmann für 25 Jahre Mitgliedschaft. Jürgen Dahlheimer erhält die Ehrenmitgliedschaft.
 
Passend zum Anlass und traditionsgemäß haben die Jugendlichen ein kurzes Theaterstück unter der Regie von Viola Herbert und Philipp Zimmer einstudiert. Sinn und Unsinn von manch einem Weihnachtsgeschenk regte die Zuschauer zum Nachdenken an. Treffend und herrlich gespielt von Tristan Engel, Anna Herrmann und Lena Reidenbach. Für Nachwuchs in der Mörschieder Theaterszene ist gesorgt.

Last Night of the Proms
24.07.2015 - 24.07.2015

Ohne Schirm aber mit Charme und Musik - Ein Glücksfall für Rockenhausen

Abschlusskonzert des Musikalischen Sommers ein voller Erfolg!

Das Abschlusskonzert des Musikalischen Sommers gestaltete sich zunächst spannend - nicht nur der Regen hielt bis zum Nachmittag die Organisatoren und Künstler in Atem, auch der Wind blies fast bis zu Beginn des Konzerts mit viel Kraft. Wie vorhergesagt (daher hatte die Stadt auch entschieden, im Park zu bleiben) beruhigte sich aber der Wettergott und leitete pünktlich zu Beginn des Konzerts einen milden und trockenen Abend ein.

Ungewöhnlich an diesem Konzert war nicht nur das groß besetzte Orchester mit einer kabarettistischen Moderation, sondern auch der erstmals zu einem Abschlusskonzert freie Eintritt.

Detlev Schönauer, Kabarettist aus dem Saarland und bekannt aus seiner Fernsehsendung "Jaques Bistro", hielt, was bereits im Vorfeld klar war. Von der ersten Minute an zog er mit Witz und Charme das Publikum in seinen Bann.

Das Konzept, ein Orchesterprogramm mit einer Mischung aus Klassik mit einem besonderen Moderator zusammen zu bringen, ging voll auf. Das Symphonische Blasorchester Hunsrück füllte mit 50 Musikern nicht nur die Bühne, sondern auch klanglich den Schlosspark aus, was gleich beim Eröffnungsstück aus Georges Bizets Carmen zu hören war. Im ersten Teil präsentierte das Orchester klassische populäre Stücke, die wie die "Morgenstimmung" von Edvard Grieg auch zum Träumen einluden - Dirigent Joachim Laukemper lockte aus seinen Musikern hierbei sowohl leise als auch große symphonische Klänge, wobei sein Augenmerk vor allem bei lauten Passagen immer auf einen vulominösen Klang zielte, der nie ins Triviale abdriftete. Der erste Teil endete beschwingt mit den Strauss'schen Klassikern Annen-Polka und Kaiserwalzer.

Nach der Pause ging es etwas "moderner" weiter. Mit einem Glenn Miller-Medley oder in Steve Wonders "Sir Duke" konnte das Orchester zeigen, dass es trotz Groove und viel Blechbläser- und Schlagzeugpower auch hier nie über das Ziel hinausschoss und immer klangschön blieb. In diesen Stücken konnten die Musiker auch ihre solistischen Fähigkeiten zeigen, so etwa bei einem Saxophonsolo oder den solistischen Einlagen von Trompeten und Posaunen in "Sir Duke". Solistisch präsentierte sich überraschend auch der Moderator auf der Oboe mit dem Stück "Gabriels Oboe" von Ennio Morricone, das die musikalische Seite Schönauers zeigte.

Und noch eine Überraschungt gab es an diesem Abend: Der aus Rockenhausen stammende Musiker und Akkordeonist Marco Wasem trat als Solist in "Paris Montmartre" auf und entführte zusammen mit dem Orchester die Zuhörer musikalisch nach Frankreich, wobei er seinen solistischen Part professionell und genial mit improvisierten Einlagen ergänzte. Angelehnt an das große Vorbild der "Last Night of the Proms" in London schloss das Programm mit einem MUSS ab: Dem 1. Marsch von Edward Elgars "Pomp and Circumstance".

Ein Glücksfall für Rockenhausen: An diesem Abend fanden sich Musiker zusammen, die auf einer Wellenlänge lagen und ein Moderator, der Unterhaltung auf höchstem Niveau bot und selbst große Freude hatte an dem besonderen Zusammenspiel von guter Musik, guten Künstlern, einem begeisterten Publikum, das sich mit standing ovations bedankte und der unvergleichlichen Atmosphäre des Schlossparks Rockenhausen. Das Orchester verabschiedete sich vom Publikum mit der Zugabe "Music" von John Miles. Die Vorfreude auf den Musikalischen Sommer im nächsten Jahr kann ab sofort beginnen!

Amtsblatt der Verbandsgemeinden Alsenz-Obermoschel und Rockenhausen (6. August 2015)

Mit neuem Dirigenten in eine neue Ära
27.03.2015 - 27.03.2015

Mit neuem Dirigenten in eine neue Ära

Musikverein Mörschied begeistert im Stadttheater mit Ausschnitten aus 150 Jahren Blasmusik

Wohlklang

Erst nach zwei Zugaben gaben sich die restlos begeisterten Zuhörer im fast ausverkauftem Idar-Obersteiner Stadttheater zufrieden. Mit einem glänzenden Debüt konnte der neue Dirigent des Musikvereins Mörschied, Joachim Laukemper, vor den kritischen und erwartungsvollen Musikfreunden bestehen. 15 Jahre lang hatte Dr. Eric Grandjean ein leistungsfähiges symphonisches Blasorchester geformt. Auch deshalb wurden er und seine Familie vom Vorsitzenden Michael Nilges und dem gesamten Orchester stehend und winkend im Zuschauersaal begrüßt.

Hochgelobtes Konzert

Im Vorfeld des Auftritts waren allerlei Gerüchte zu hören, ob die nachfolgenden Konzerte, ja das große Blasorchester überhaupt noch weiter bestehen und wieder in ihrem Lieblingssaal, dem Stadttheater, konzertieren würden. Alles Schnee von gestern! Ein überwältigendes Konzert hat stattgefunden.

Und es zeigt bereits die charakteristischen Merkmale einer neuen Ära, die das vorgelegte Programm auszeichnete: weg von zu komplizierten, für Amateure fast unspielbaren Arrangements mit Musik aus mehr oder weniger bekannten Filmen, wie sie in den Programmen der vergangenen zehn Jahre durchweg von den guten Orchestern unserer Region zu hören waren, hin zu wohlklingenden, spielbaren Arrangements querbeet aus der Schatzkiste der Musik.

Unter dem Motto „Von Paris bis Jazz“ präsentierte die Moderatorin Julia Brombacher die Höhepunkte aus 150 Jahren symphonischer Blasmusik. Angefangen mit dem Klassiker Alfred Reed und seiner rasanten Ouverture „Curtain Up“ zu den „Armenischen Tänzen“ von 1972, deren fünfter, so meisterhaft gespielt, die ersten Bravorufe auslöste.

Dann folgte quasi zur Erholung der von Edward Elgar komponierte extrem ruhige Satz „Nimrod“ aus seinen „Enigma-Variationen“. Für das Medley des berühmten Filmkomponisten Ennio Morricone bedurfte es keiner Erklärungen, diese Musik ist inzwischen zum Allgemeingut geworden. Die Zuhörer durften sich aber freuen, sie so locker und klangschön in dieser Besetzung wieder einmal hören zu können. Das hatte natürlich seine Ursache im souveränen, sehr dynamisch auf die einzelnen Blasregister eingehenden Dirigat von Joachim Laukemper. Ihm ist es auch zu verdanken, dass er als Solisten den mehrfach beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit ersten Preisen ausgezeichneten virtuosen Posaunisten Michael Zühl, der inzwischen Mitglied der Deutschen Radio Philharmonie ist, gewinnen konnte.

Mit den Variationen über „Blue Bells of Scotland“, einem Paradestück des 1872 in Missouri geborenen Posaunisten Arthur Pryor, bewies Zühl, welche Spitzenleistungen auch heute noch erbracht werden können: Von extrem schnellen Figuren zu bizarren Intervallsprüngen, vom abgrundtiefen Ton bis zum Zenit, von lyrischen und rhythmisch vertrackten Passagen wurde das Salonstück brillant gemeistert. Beim zweiten Solostück des Abends, „Over the Rainbow“ aus der Filmmusik von „Der Zauberer von Oz“ konnte der Solist auch improvisatorische Fähigkeiten zeigen, als er das vom Orchester übernommene Thema frei umspielte.

Zügiger Tempowechsel

Nach der Pause ging es mit amerikanischer klassischer Blasmusik weiter: „In all it's Glory“ von James Swearingen beginnt chorartig, um dann in zügigem Tempowechsel fast heiter zu enden. Die Stimmung der Orchestermusiker änderte sich schlagartig, als mit Stevie Wonders „Sir Duke“ ein Feuerwerk an bekannten Hits von Count Basie, Duke Ellington und vielen anderen die Swing-Ära hereinholte. Die Lust, diese Evergreens selbst spielen zu dürfen, strahlte nicht nur aus den Augen. Sie dokumentierte sich auch im mitreißenden Musizieren, nur noch übertroffen vom späteren Glenn-Miller-Medley im gleichen, besonders klangfarbigen Arrangement des Japaners Naohiro Iwai.

Dass Joachim Laukemper immer wieder ruhige Stücke wie das als „Danny Boy“ bekannt gewordene „Irish Tune from Country Derry“ einschiebt, zeigt bewusste, dem Zuhörer und den Musikern gleichermaßen geltende Fürsorge und Wohlwollen. Durch diesen Wechsel wird ein unterhaltsamer Kontrast zwischen ruhigen lyrischen, rhythmisch heiteren und aggressiv lebhaften Stücken geschaffen, der ein Konzert zum Erlebnis werden lässt.

Ganz zum Schluss gab es noch ein Betthupferl: Mit dem 16-jährigen, noch etwas schüchternen Akkordeonsolisten Martin Kotzan wurde endlich einmal die Tür zum französischen Chanson und seinen unvergesslichen Melodien geöffnet. Unter dem Titel „Paris Montmartre“ erklang neben der dezent vom jungen Solisten umspielten Musette ein Potpourri vom melancholischen „Les Feuilles Mortes“, über „C'est si bon“ zu „La vie en rose“ – Lieder zum Mitsummen und Träumen.

Als der Vorsitzende Michael Nilges allen gedankt hatte und die Geschenke verteilt waren, konnte er auch voller Stolz bestätigen: Mörschied hat wieder einen Dirigenten, der auf der ganzen Linie ankommt. Und ein aktives Mitglied hat er gleich mitgebracht: seine Frau Friederike Laukemper, die mit ihrem Violoncello ein neues Klangelement hinzugefügt hat.